Tagesausflug: An der Nordwest-Spitze von Lombok liegen die drei berühmten Gili-Inseln. Gili bedeutet sowas wie kleine Insel. Für uns geht es auf die größte der Inseln: Gili Trawangan. Ein frühes Frühstück und los gehts. Mit dem Taxi zum Hafen, schnell vor der Zone aussteigen, in der man Parkgebühren zahlen muss und straight weiter zum Fahrkartenbüro. Wie im Reiseführer vorgeschlagen, bestehen wir darauf das slow boat zu nehmen. Nicht so schnell, aber dafür spottbillig. Und bei maximal 30min Fahrtzeit ist die Dauer auch nicht so wirklich relevant. Diese slow boats fungieren als Art öffentliche Verkehrsmittel zwischen den Inseln und fahren los sobald sie vollbesetzt sind. 20-30 Leute müssen zusammen kommen.
Wir legen ein wirklich gutes Timing an den Tag und können keine 2min nach Fahrkartenkauf durch das Wasser waten und das Boat betreten. Ein kurzer Blick genügt, um zu wissen, dass wir die einziges weißen Menschen an Board sind. Von lautem Motorgeratter begleitet schaukeln wir hinüber nach Gili Trawangan.

Auf der Insel angekommen, wenden wir uns etwas abseits des Hafens an ein Reisebüro, um eine Schnorcheltour zu buchen. Unser Reisebüroleiter nimmt uns danach mit den Strand entlang zu verschiedenen Schnorchel-Crews. Am letzten Tag der Fastenzeit der Muslime ist es gar nicht so einfach noch eine vollständige Crew zu finden. Bei der dritten Anfrage haben wir dann Glück. Da noch Zeit für einen Café ist, stärken wir uns noch mit einem Getränk bevor es los geht.
Flossen anprobieren, Taucherbrille einpacken und den Anderen hinterher aufs Boot. Auch hier erwacht der Motor laut knattern zum Leben, bevor es los geht Richtung Gili Meno. Die kleinste der drei Inseln ist von einigen interessanten Schnorchelspots umgeben. Am ersten Spot haben wir die Gelegenheit Unterwasserstatuen zu bestauen.

Eigentlich eine schöne Idee, nur nicht ganz so schön umsetzbar, wenn es so voll ist, dass man hin und wieder eine Flosse von anderen Schwimmern ins Gesicht bekommt. Außerdem ist die Meeresströmung so stark, dass man die Korallen nicht in Ruhe anschauen kann, weil man dann schon weitergetrieben ist. Immerhin wartet das Boot dann immer stromabwärts, um uns wieder einzusammeln. Der zweite Schnorchelspot verspricht Meeres-Schildkröten. Und tatsächlich: ein wirklich großes Exemplar taucht am Rande des Korallenriffs aus dem tiefblauen Wasser auf. Ich fühle mich wie in Findet Nemo.

Als wir wenig später in Gili Meno anlegen, werden wir von einem der Crew-Mitglieder zu einer Schildkröten-Auzuchtsstation geführt. Dort tummeln sich fast hundert Schildkröten verschiedensten Alters in flachen Becken.
Der letzte Schnorchelspor liegt vor der Insel Gili Air. Kaum im Wasser begrüßen uns farbenfrohe Korallen und bunte Fische. Etwas abseits der Gruppe schwimmt uns eine weitere große Schildkröte über den Weg. Kaum zu glauben wie grazil und elegant sich dieser Bobbel unterwasser bewegt. Das Mittagessen gibt es dann in einem Restaurant der Freunde der Crew. Jaja, die richtigen Beziehungen sind auch hier das Wichtigste fürs Geschäft. Special Snowflake-mäßig klingen wir uns nach dem Mittagessen aus der Tour aus. Die Rückfahrt nach Gili Trawangan brauchen wir nun wirklich nicht, da genießen wir lieber noch die verbleibende Zeit bis zur letzten Fähre am Strand.

Im Taxi zurück zur Unterkunft weist uns der Fahrer darauf hin, dass wir Glück haben überhaupt noch irgendwo hinzukommen, denn die Vorbereitungen für das große Fasten-Brechen-Fest laufen überall schon. Wenig später erblicken wir passend dazu eine Moschee auf Rädern auf der Straße. Als wir abends im Bett liegen hören wir den unermütlichen Muezzin-Gesang und das Feuerwerk bis tief in die Nacht.
