TAG 4

Statzerhaus – Gleiwitzerhütte

Unser Hammertag: Um 5:30Uhr klettern wir aus dem Stockbett, schnell und leise alle Sachen zusammenraffen, damit die anderen nicht gestört werden, anziehen, Wanderstifel schnüren und schon stehen wir vor der Hütte. Dort genießen wir erstmal kurz die wunderschöne Aussicht bei Sonnenuntergang, bevor wir mit dem 1500 Höhenmetern Abstieg beginnen.

Über sehr steile kleine Wege geht es schnell bergab. Die erste sonnige Bank nutzen wir für ein Frühstück und Fotopause. Der nächste Teil des Abstiegs verläuft leider auf breiten Schotterwegen. Zum Glück können wir schon bald links in den Wald abbiegen. Schon befinden wir uns wieder auf dem schöneren Teil des Wegs.

Leider sind die kleinen Wege hier nicht ausreichend gekennzeichnet udn nachdem wir ertsmal falsch gelaufen sind, brauchen wir GPS um den Anfang des richtigen Wegs zu finden. Viel zu schnell müdet dieser Weg wieder auf eine breite Schotterstraße. Kaum Schatten und pralle Sonne begleiten uns die nächsten Stunden. Da wir auf dem Statzerhaus nur eine unserer Flaschen auffüllen konnten, sind unsere Wasservorräte bald erschöpft. Unsere letzte Hoffnung liegt auf der in OpenStreetMap verzeichneten Trinkwasserquellen in ein paar vielen Minuten. Die rettende Quelle musste dann sogleich auf einem Foto verewigt werden.

Mit aufgefüllten Wasserflaschen und genug Wasser im Bauch geht es weiter zum Aussichtpunkt auf Zell am See. Schokopause und Blumen fotografieren – dann geht es auch schon weiter, denn wir haben noch nicht mal die Hälfte der Strecke heute hinter uns. Wanderer treffen wir auf unserem Weg kaum, dafür nimmt die Begegnungsrate mit E-Bike Fahrenden immer mehr zu. Während wir weiter absteigen wird es immer wärmer. Bei 30°C – gefühlt nochmal heißer – erreichen wir Bruck. Die Hälfte der Strecke ist jetzt geschafft. Mit einem Döner stärken wir uns für die kommenden Anstieg und füllen im Supermarkt unsere Essensreserven auf. An einem Trinkwasserbrunnen füllen wir unsere Flaschen nochmal auf, während eine Amsel das kühle Bad im Auffangbecken genießt.

Bevor wir uns an die zweite Etappe des heutigen Tags wagen, rufen wir auf der Hütte an, um zu sagen, dass wir etwas später kommen, damit unsere Betten weiterhin frei gehalten werden.

Steile Bergwiesen in sonniger Hitze warten auf uns und das Trinkwasser wird sehr schnell weniger. Deutlich schneller als gedacht suchen wir schon wieder nach einer Quelle. Die letzten Kilometer bis zur Quelle ziehen sich unglaublich. Leichte Abkühlung verschafft nur das Benetzen der Arme mit Flusswasser, das leider nicht sauber genug zum Trinken ist.

Und dann ist die endlich da unsere zweite Retter-Quelle. So schön kühles endlos fließendes Wasser.

Entlang und durch Kuhwiesen geht es weiter. Mittlerweile ist der Weg nur noch ein Kratergebiet, das uns die Kuhherde hinterlassen hat. Liebevoll dekoriert mit ihren großen, feuchten Hinterlassenschaften. Da wir so auf den Weg konzentriert sind, verpassen wir probt unsere Abzweigung. Nachdem wir das Fehlen der Wegmarkierungen bemerkt haben, müssen wir einige hart erarbeite Höhenmeter wieder absteigen und sie an anderer Stelle wieder erklimmen. Über schöne Plateaus, die Zeit zum Durchatmen geben, entlang von steilen Hängen, stahlseilgesicherten Stellen und vorbei an Schneefeldern nähern wir uns der Hütte. Und endlich ist sie in Sicht. Nur noch etwa 1h Weg und ein paar Schmelzwasserflüsse sowie halb abgetaute Schneefelder trennen uns von ihr. Die Gleiwitzer Hütte.

Die Strecke zur Hütte fühlt sich länger an als sie aussieht und hält noch ein paar saftige Höhenmeter für uns bereit. So erreichen wir sehr erschöpft aber mit umso größerer Vorfreude auf das Abendessen die Hütte.

So fertig und hungrig wie wir sind ist es uns auch egal, dass es zum Abendessen das dritte Mal Linsen gibt. Dieses Mal immerhin mit Knödeln und Nachschlag inklusive.

Noch während dem Abendessen werden wir von der Hüttenwartin darauf hin gewiesen, dass morgen eine große Kaltfront heranzieht und ab etwa 14 Uhr schwere Gewitter erwartet werden. Da wir morgen einen weiteren langen Tag vor uns haben, empfiehlt sie uns sehr früh zu starten. Deswegen und auch weil wir todmüde sind, fallen wir direkt nach dem Abendessen in unsere Betten im großen Matrazenlager.

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