Montag, 1. September

Vom strahlenden Sonneschein werde ich gegen halb 8 Uhr geweckt. Ein bisschen kann ich noch liegen bleiben und es voll auskosten einfach Zeit zu haben im Urlaub. Dann bricht Geschäftigkeit bei unseren Mitreisenden aus: Betten abziehen und zusammenklappen, Haare machen oder einfach Kappi auf in meinem Fall. Unser Frühstück genießen wir mit Blick auf die vorbeiziehenden Landschaft. Immer karger und vereinzelt golg gefärbte Bäume präsentiert sich uns die Landschaft mit viel Wasser und Bergen im Hintergrund. Die letzten 2 Stunden sind wir dann alleine im Abteil. Nach etwa 18 Stunden Zugfahrt kommen wir am späten Nachmittag in Abisko an und machen uns direkt auf den Weg ins Hostel. Knappe 10min später Treffen wir den Hostelvater zufälligerweise im Hauptgebäude und dürfen direkt schon früher einchecken. So bleibt uns der ganze Nachmittag um die Umgebung zu erkunden und für die nächsten Tage einzukaufen.

Mehrere Stunden verbringen wir am Canyon und lasse unsere Füße immer abwechselnd für ein paar Sekunden in das eiskalte Wasser baumeln.

Nachdem wir beiden unsere Nudelberge verdrückt haben, führt uns der Verdauungsspaziergang zum Sonnenuntergang an einen der längsten Seen Schwedens hinuter.

Der Tag findet für mich einen perfekten Abschluss als ich noch eine knappe halbe Stunde die Sauna ganz für mich allein habe und die Wärme genieße. Als kleinen Bonus sehen wir die ersten Nordlichter dieser Nordreise.

Version 2:

Nachdem ich von der Sonne geweckt wurde und noch ein Weilchen in der Decke eingekuschelt die vorbeiziehende Landschaft aus dem Bett betrachte, stehen wir ganz entspannt und ausgeruht um halb 8 Uhr auf. Der strahlende Sonnenschein draußen steigert die Vorfreude auf den Urlaub. Dei von Svenja geschmierten Brote und die Zimtschnecken genießen wir am Fenster stehend im Gang. Die letzten zwei Stunden der Fahrt haben wir unser Abteil sogar für uns allein und strecken immer wieder den Kopf auf dem Fenster, um den Fahrtwind, die frische Luft und die Landschaft zu genießen. Immer karger werdend präsentiert sich uns das schwedische Lappland währen so langsam die Herbstfärbung an den Bäumen erkennbar ist.
Kurz vor Mittag erreichen wir dann Abisko, wo wir von den typischen roten Holzhäuser begrüßt werden.

„Die rote Farbe war früher Abfallprodukt bei der Eisenerzproduktion und daher billig erhältlich. Heute hält man an dieser Tradition fest.“

In dem kleinen Ort haben wir es nicht weit zum Hostel und laufen bei unserer Ankunft direkt dem Hostelvater über den Weg, so dass wir schon etwas verfrüht einchecken können.
20°C und Sonne – das ruft nach draußen sein. So verbringen wir die nächsten Stunden damit die Umgebung zu erkunden. Abisko liegt an einem der längsten Seen Schwedens und teilt sich in den Hauptort und in die Touristenstation auf. Über einen Schotterweg, der zwischen Bahnschiene und See liegt machen wir uns auf den Weg zur Touristenstation. Kurz bevor wir die großen Hostels und Feienhaus-Anlagen erreichen treffen wir auf einen sehr schön gelegenen Campingplatz, er wohl auch gerne von Langzeit-Wanderern genutzt wird. Nebenan liegt die Forschungsstation, die durch verschieden belüftete Gewächshäuser zeigt, wie sich abhängig von Grad der Erderwärmung die hier wachsende Vegetation verändert. Vielleicht wär das ja ein Ort für ein Forschungssemester?

Entlang an den Forschungs-Gewächshäuser geht es über einen kleinen Pfad auf einen Hügel, der eine wunderbare Aussicht auf den Canyon und dessen Mündung in den See bietet. Auf einer kleinen Holzplattform lassen wir uns den Rücken von der Sonne wärmen, während wir unser Vesper auspacken. Deutsche vegane Brotaufstriche, der Gurkenrest aus Hamburg und schwedischer Brotkuchen – das kann sich sehen lassen. Auch wenn der Brotkuchen überraschend süß schmeckt und eher an ein Voll-korn-Milchhörnchen von Geschmack und Konsistenz erinnert.

Die nächsten Stunden verrbingen wir mit Brückenüberquerungen, Infoschilder über Beeren und Gebirgsbirken lesen, am See entlang laufen und am rauschenden Wasser den Canyon stehen. Nahdem der optimale Platz gespottet wurde, hängen wir unsere Füße in das klare Flusswasser. Mehr als ein paar Sekunden am Stück ist aber nicht drin, weil die Kälte in den Zehen sticht.

Als die Sonne langsam an Kraft verliert machen wir uns wieder auf den Rückweg. Für unser Abendessen auf der Terasse müssen wir noch einen kurzen Zwischenstopp am Supermarkt einlegen. Neben viel Dosenmahlzeiten, ist die Zigarettenauswahl und vor allem die Süßigkeitenabteilung beeindruckend. Aufgrund der Zuckersteuer in Norwegen müssen hier nämlich die Zuckerjunkies beider Länder versorgt werden. Heute gehöre wir ganz eindeutig auch dazu. Wer kann schon bei reduzierter Nussschokolade und Smash nein sagen?

Da sich der Sonnenuntergang so weit im Norden im ganz schön zieht, haben wir nach dem Abendessen noch genug Zeit um ans Seeufer zu spazieren und die Abendröte zu genießen. Danach geht es für mich noch in die verwaiste Sauna. Schön durchwärmt krabble ich in mein Bett, das ich dann wirklich nur noch für die Polarlichter verlasse. Etwas schüchtern zwischen den aufziehenden Wolken versteckt, sind die Lichtbänder kaum erkennbar, aber bei der Langzeitbelichtung mit dem Handy bestätigen sie sich dann durch ihr grünes Licht.

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