4:30 Uhr: Unbarmherzig schmeißt uns der Wecker aus den Betten. Gefühlt hatten wir beide gerade erst angefangen zu träumen und wären unglaublich gerne noch ein paar Stunden liegen geblieben. Aber nein; die erste und einzige Fähre fährt heute um 6 Uhr morgens und laut Online-Fahrkartenauskunft sowie der Info vom Hostel muss man auf jeden Fall eine Stunde vor Abfahrt am Pier sein. Puuuh. Geplant war, dass wir einen Rollertransport vom Hostel an den Pier bekommen – Abfahrt am Hostel: 5 Uhr. Wer stand Punkt 5 Uhr an der Hostel Rezeption? Wir. Wer stand auch um 10 nach 5 noch nicht an der Rezeption? Unser Transport oder irgendjemand vom Hostel. Aber selbst ist die Frau – also einfach die Rucksäcke geschultert und los. Entlang der dunklen Inselstraße kommen immer mehr Touristen und Einheimische aus ihren Unterkünften und schließen sich unserer Karawane zum Pier an. Unerwartet früh kommt dann auch schon das Boot. Gegen 5:40 Uhr verlassen wir Inselboden und schaukeln zwei Stunden zum Festland. Zum Glück können wir etwas schlafen. Versteckt unter unseren Handtüchern trotzen wir der Kühlschrankkälte der übermotivierten Klimaanlage.

Am Festland heißt es dann erstmal Klo und Frühstück. In einem indischen Restaurant werden wir von einer resoluten Inderin empfangen, die direkt sieht wie überfordert wir sind und uns quasi auf die Stühle setzt, bevor sie uns einen indischen Pfannkuchen mit zwei sehr leckeren Dips und eine dampfende Tasse Milch-Schwarztee vorsetzt. Weiter geht’s mit der Suche nach dem Bus nach Singapur. Direkt die richtige Busstation zu finden, zählt eindeutig nicht zu unseren Stärken, aber Anisas Smartwatch freut sich immer über die zusätzlichen Schritte.

Bus nach Singapur: Die Busfahrt gestaltet sich etwas stressig, da wir erfahren, dass wir für die Einreise nach Singapur unbedingt ein Formular zu Arrival Card ausfüllen müssen. Mit etwas dürftigem Internet, Kotzgefahr wegen der kurvigen Straßen und dem Zeitstress im Nacken, haben wir auch schon mal Schöneres gemacht.

Einreise nach Singapur = unser längster Grenzübergang. Die Ausreise aus Malaysia klappt wie erwartet problemlos. Wie immer müssen solche Checkpoints zu Fuß überquert werden, praktischerweise können wir das Gepäck aber im Bus lassen, der uns am Ausgang wieder einsammelt. Zurück im Bus bringt uns eine sehr lange Brücke über das Meer auf die Insel Singapur. So lange waren wir noch nie im Niemandsland unterwegs. Für die Einreise nach Singapur muss wieder das gesamte Gepäck geschultert werden. Automatische Ausweis-, Foto- und Fingerabdruck-Kontrolle in einem riesigen Schrankensystem und schon sind wir drin. Da alles digital hinterlegt wird, bekommen wir nicht mal einen kleinen Stempel in den Pass. Die anschließende Sicherheitskontrolle ist höchstens ein Training für die Arme, weil wir die Rucksäcke auf dem Fließband ablegen und dann wieder aufnehmen müssen. So komisch Regeln wie „Es dürfen nur 17 Zigaretten pro Person eingeführt werden“ betreffen uns ja einfach nicht.

Singapur: Gleich an unserem ersten Abend in Singapur probieren wir ein Hawker-Centre aus. In diesen Gebäuden befindet sich eine riesige Ansammlung an Street-Food-Ständen mit strengen Hygieneregeln. Also eine Wohltat für Gaumen und Verdauung. Unsere vollen Bäuche führen wir anschließend noch bis in die Dämmerung in einem tollen Park an einem der vielen Wasserwege in Singapur spazieren.

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