Unsere letzte Vulkantour steht an. Über ein paar Umwege haben wir schließlich einen Guide gefunden. Während der Vorbesprechung via WhatsApp wirkt unser Guide etwas chaotisch und unerfahren. Die Abholzeit ändert sich mal von 00:30 Uhr auf 23:30 Uhr, eine Stunde vor Aufbruch bekommen wir die Nachricht, dass die Batterien unserer Stirnlampen fast leer sind und Anisa wird mitten in der Nacht nochmal angerufen, weil er sich unsicher ist. Die Nachricht mit dem Preis wird dreimal gelöscht, bevor er endgültig feststeht. Naja, wir haben schon einiges überstanden die letzten Monate, also wird das schon 🙂
23:30 Uhr am Vortag: Es geht los! Ziemlich müde nach nur etwa 3h unruhigem Schalf, stehen wir pünktlich und bereit zum Abgeholt werden vor unserem Hostel. Unser Guide bzw. irgendein Auto ist weit und breit nicht zu sehen. Erst nachdem Anisa nochmal Bescheid gegeben hat, dass wir warten, schlendert ein wirklich sehr sehr junger Guide auf uns zu. Leicht aufgeregt stellt er sich uns vor und winkt im nächsten Moment schon seinen Kumpel im Auto heraus. Mit Scheinwerfern, die in allen Regenbogenfarben leuchten, hält das Auto laut röhrend neben uns. Wir sind sehr froh, dass es einen extra Fahrer gibt uns so sowohl der Guide als auch der Fahrer bei ihren Aufgaben nicht übermüdet sind. Während der leider sehr ungemütlichen Fahrt (lauter Motor, Schlaglöcher und kurvige Straßen) stellen wir die Vermutung auf, dass die beiden versuchen zusammen ein Buisness aufzubauen. Außerdem haben wir auf Grund ihres Alters das Gefühl die beiden etwas unter unsere Fittiche zu nehmen.
02:00 Uhr – Der Weg nach oben: Wir sind da – irgendwo mitten in den Vulkanberge im Nordosten Balis. Nach kurzer Klopause und Schuhe festschnüren geht es los. Da es wirklich stockfinster ist, sind wir sehr froh über unsere Stirnlampen. Wie an allen Vulkanbergen geht es ziemlich driekt sehr steil nach oben. Das Gute beim im Dunkeln wandern ist, dass man nicht sieht was noch vor einem liegt, sondern nur einen Fuß vor den anderen setzt. Unsere erste Pause findet an einem kleinen einheimischen Stand stand, der auf einer Ebene ziemlich aus dem Nicht auftaucht. Mit Tee und Kaffee stärken wir uns hier etwas bevor der Aufstieg weiter geht. Im Schein unserer Stirnlampe sehen wir weiterhin nur den Weg aus schwarzer Vulkanasche. Links und rechts säumen noch taunasse hohe Pflanzen den Weg. Nach einer weiteren kleinen Ewigkeit durchs Dunkel laufen, begegnen wir den ersten Zelten die am Wegrand aufgeschlagen wurden. Wie gerne würden wir, eingekuschelt in Schlafsäcke, dort drin schlummern.
03:00 Uhr: Instant-Nudelsuppe 🙂 Als sehr frühes Frühstück serviert uns unser Guide eine der berühmten Instant-Nudelsuppen. Auf seinem Campingkocher macht er Wasser heiß und übergießt die Nudeln in ihrem Styroporbecher. Serviert bekommen wir das Ganze zusammen mit einem Ei :D. Während Anisa und ich nudelsuppenessend die Sterne bewundern, quatscht er fröhlich mit einem der Camper.
04:00 Uhr: Zum Glück ist es immer noch einigermaßen kühl als wir aufbrechen, um zum Sonnenaufgangs-Spot Trunyan Hill zu laufen.



05:00 Uhr: Start des wunderschönen Sonnenaufgangs. Noch ganz allein und dick eingepackt in unsere Jacken, genießen wir die wundervolle Stimmung.



06:00 Uhr: Mittlerweile haben sich einige Einheimische zu uns auf den Berg gesellt. Munter quatschend sitzen und stehen sie in kleinen Grüppchen zusammen und bewundern den Sonnaufgang. Natürlich darf da das Foto mit uns beiden weißen Menschen nicht fehlen. Und obwohl ich normalerweise nicht ganz so gerne auf Fotos drauf bin, tue ich ihnen den Gefallen. Ihre Freunde darüber ist einfach zu schön.



Nach 7 Uhr: Endlich wird es warm und richtig hell. Nach einer kurzen Absprache beschließen wir lieber hier weiter die Aussicht zu genießen als den Mount Abang zu erklimmen.




Der Weg nach unten: Auf Vulkanasche geht es etwa 1000 Höhenmeter wieder nach unten. Ein ganz schöne Rutschpartie, einige der Locals, die mit uns absteigen, geben es irgendwann auf, setzen sich auf den Po und rutschen einfach herunter.

Unser Guide unterhält uns mit Musik und munteren Tanzeinlagen. Während es immer heißer wird – unglücklicherweise knallt die Sonne nur auf eine Seite des Gesichts – bleiben wir noch sehr oft auf ein paar stabilen Grasbüscheln stehen, um die Aussicht zu genießen.







Nächster und letzter Stopp auf Bali: Canggu. Irgendwann zwischen 9 und 10 Uhr haben wir es zurück zum Auto geschafft. Kaum sitzen wir drin und haben die größten Huppel auf der Straße hinter uns, schlafen wir ein. Mit uns auch der Guide. War schon ganz schön viel was wir heute erlebt haben. Da der Fahrer während unserer Wanderung geschlafen hat, ist er fit und bringt uns problemlos nach Canggu. Diese Stadt an der Westküste im Süden Balis ist unser letzter Stopp bevor wir am 24. nach Australien fliegen.