Heute hätte ich die Zeit gehabt diesen Blog-Eintrag auf einem Boot zu schreiben. Drei Stunden fast boat fahren ist eine Menge Zeit.

Aber in diesem fast boat war es einfach sehr sehr eng und sehr sehr warm und die Fenster konnten wir nicht zum Lüften öffnen, weil es sonst reingeregnet hätte. Kein guter Platz um den Laptop auszupacken. Zudem werden von der Crew, bevor wir ablegen, Tabletten gegen Seekrankheit verteilt – das verspricht eine abenteuerliche Überfahrt zu werden.

Nach über einer Stunde Geschaukel hört es endlich auf zu regnen und wir können lüften. Mein Gesicht angenehm in die frische Brise gelehnt, döse ich etwas vor mich hin.

Mein kleines Nickerchen am Fenster wird abrupt beendet mit einem Schwall Wasser in meinem Gesicht. Als ich mir das Wasser von den Lippen lecke, schmeckt es salzig – ratter, ratter, ratter…. – oho da muss Meerwasser sein und prompt fliegt die nächste Ladung Gischt durch das Fenster hinein. Schnell Fenster zu. Ein Blick zu den anderen Fenstern zeigt, dass ich froh sein kann an einem dichten Fenster zu sitzen, denn bei einigen anderen läuft munter ein Rinnsal Wasser ins Boot. Dieses Wasser sammelt sich schön auf dem Boden an, auf dem mein Rucksack steht – zum Glück habe ich meine Elektrosachen heute Morgen in eine Plastiktüte gepackt.

Mit heftigem Geschaukel, einiger Hüpfern und darauf folgenden harten Aufprällen auf den Wellen geht es weiter.

Nach 2h bekomme wir eine kleine Verschnaufpause – wir laufen in den ersten Hafen ein. Die restliche Überfahrt zu unserem Zielhafen dürfen wir auf dem oberen Deck genießen. Auf kleinen Bänken sitzen wir dort komplett frei und genißen die Wasser-Achterbahnfahrt. Über Wellen hoch und runter, mal wird man nach rechts, mal nach links geworfen, … nur auf den harten Aufprall nach einem Sprung über die Wellen, kann ich verzichten. So kommen wir etwa 40min später an – komplett durchnässt von den Salzwasserduschen der aufspritzenden Gischt.

Durchnässt und ziemlich müde kommen wir in Sanur auf der Insel Bali an. Schnell ins Hostel und dann Abendessen beim nächstgelegenen Inder.

Und endlich ist es mir gelungen ein Tsunami-Evakuierungsschild zu fotografieren. Schon seit Wochen fahren wir im Auto an ihnen vorbei – doch nie ist genug Zeit um sie zu fotografieren.

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